Interview mit Lou von taste.

Interview mit Lou von taste.

Hey, stell dich doch mal kurz vor. Ganz kurz und knapp. Wie heißt du? Wie alt bist du? Und wo kommst du her?

Ich bin Lou, komme aus Dresden und bin ein viertel Jahrhundert jung  ðŸ˜‰

Dann lasst uns diese Lou doch mal ein bisschen näher kennenlernen und erfahren, was sie mit Whisky so alles verbindet…

Wie bist du zum Whisky gekommen? Gibt es da eine spannende Geschichte? Oder magst du uns erzählen, welcher dein erster Whisky war?
Ich bin eigentlich ganz klassisch über einen Brennerei-Besuch in Schottland zum Whisky gekommen. Damals bin ich auf Rundreise mit meinen Eltern gewesen – Whisky war nicht so wirklich ein Thema bei uns, vielleicht mit Cola gemischt 😉 Dann haben wir auf der Insel Skye Talisker besucht – und da war es um uns geschehen. Damals konnte man noch vor der Tour an der Bar sich einen oder zwei Drams holen, was wir dann auch gemacht haben. Die Tour hat Alastair geführt, ein typischer Schotte mit langem weißem Rauschebart. Und er hat dann auch das Interesse an mehr als nur dem Trinken geweckt.

Whisky, schön und gut. Den trinken ja viele. Aber wie bist du auf die Idee gekommen, YouTube Videos darüber zu drehen? Wieso machst du das Ganze?
Ich habe damals im Studium Videoschnitt und –produktion gelernt und gemerkt, das macht mir Spaß. Ich wollte gern auch in meiner Freizeit mehr in dem Bereich machen, auch um meine sperrlichen Kentnisse etwas aufzubessern. Und dann haben meine Freunde gemeint ‚Hey Lou! Du redest immer so gern darüber wenn du Whisky trinkst, film doch einfach das‘.

Schaust du dir auch andere Whiskyvlogger an? Kannst du welche besonders empfehlen?
Nicht so oft wie ich gern würde! Mir fehlt meist einfach die Zeit dazu, zumal es inzwischen echt eine ganze Fülle an Vloggern und auch Bloggern gibt. Ich finde es immer wieder toll wie unterschiedlich die Stile der einzelnen Blogger und Vlogger sind, der eine spricht in 10 Minuten vier Whisky ab und der andere nimmt sich eine halbe Stunde für einen Dram. Entsprechend schaue ich Videos meist nach dem entsprechenden Whisky. Will ich zu einer Abfüllung etwas wissen, schaue ich mir dann auch gern mal drei oder vier verschiedene Leute an, das gibt immer ein schönes Bild zu dem Whisky.

Gibt es einen speziellen Whisky, den du besonders magst? Gibt es so etwas wie eine Lieblingsdistillery bei dir? Liegt dir ein bestimmter Tropfen besonders am Herzen?
Also mit meiner Lieblingsbrennerei halte ich ja meist nicht hinterm Berg, ich spiele eindeutig im Team grün-weiß: Laphroaig! Ansonsten habe ich eine ganze Reihe verschiedenster Abfüllungen die ich ziemlich lecker finde, Big Strand, Ardmore Port Wood, Glenmorangie Quinta Ruban und Ileach Cask Strength sind zum Beispiel jetzt gerade meine Lieblinge .

Neben Schottland gibt es auch noch andere Länder, in denen Whisky produziert wird. Gibt es da etwas Besonderes für dich? Etwas, das man deiner Meinung nach unbedingt auf dem Schirm haben sollte?
Da gibt es einiges! Aus Irland zum Beispiel Tullamore D.E.W. – unglaublich experimentell und modern! Bei Floki aus Island warte ich gespannt auf die nächsten Abfüllungen, aber auch Amrut aus Indien finde ich sehr gut. Ein ebenfalls sehr spannendes Whiskyland ist Deutschland wie ich finde. Hier hagelt es leider sehr oft Kritik, deutscher Whisky sei schlecht, aber ich glaube deutscher Whisky ist einfach anders als Whisky aus Schottland. Es gibt schon einige sehr leckere Sachen und ich bin gespannt wie wir uns weiter auf dem Markt etablieren.

Kommen wir zum Eingemachten!


Ein Whisky, mit dem du jemanden, der noch nie Whisky getrunken hat, von diesem Getränk überzeugen würdest.
Laphroaig 10 yo.  – Du liebst es oder du hasst es.

Ein Whisky, den du jedem Einsteiger ans Herz legen würdest.
Glenfiddich 12 yo. Oder 15 yo. – hier passt das Preis Leistungsverhältnis sehr gut und der Whisky ist ein entspannter Einstieg, der noch nicht mit intensiven und speziellen Aromen überfordert. Sollte der Einstieg in den peated Bereich gehen, Talisker 10 yo. – schon stark, aber nicht zu stark 😀

Ein Whisky, der in jeder Gelegenheit und zu jedem Anlass passt.
Ardmore Port Wood – die perfekte Mischung aus süß und rauchig.

Ein Whisky, den du jemandem schenken würdest, der in der Welt des Whiskys schon „alles“ kennt.
Big Strand – Ein unabhängig abgefüllter Islay Whisky und für mich der sinnbildlichste Dram den man trinken kann.

Ein Whisky, den du lieber nicht getrunken hättest.
Ein 15 Jahre alter spanischer Single Malt „vom Fass“ – der einzige der es bisher nicht runter geschafft hat …

Dein Lieblings Whisky unter 40€
Ardmore Legacy

Und sonst so?

Okay, genug mit Whisky. Wenn das überhaupt geht. Was interessiert dich sonst noch? Musik? Sport? …?
Mein Leben ist ein Ponyhof! Naja so in etwa 😀 Wenn ich nicht gerade auf dem Rücken der Pferde mein Glück suche findet man mich meist auf dem Snowboard, beim Ice Freestyle oder mit der Gitarre in der Hand 😉

Du bist eine junge Frau. Das ist eine Zielgruppe, mit der man das Thema Whisky nicht wirklich verbindet. Kannst du dir vorstellen oder erklären, woran das liegt?
Natürlich gibt es auch immer Menschen, denen Whisky einfach nicht schmeckt oder zu stark ist, aber abgesehen davon hängt bei Vielen denke ich noch ein falsches Bild von Whisky im Kopf fest. Alte Männer mit Bart, Zigarren und Herrenzimmer – oder Jackie Cola. Whisky hat (nach meinem Gefühl) ein Image irgendwo zwischen Altmännergetränk und lieber-bloß-im-Cocktail. Die meisten Mädels die ich bisher an Whisky herangeführt habe sind allerdings dran geblieben – und die meisten trinken so rauchig wie möglich 😀 Vor 10 Jahren hat kaum einer Whisky getrunken, inzwischen boomt der Markt und Whisky wird immer mehr zum Modegetränk – auch bei Frauen. Ich denke was das Image von Whisky jetzt vor allem braucht ist weiterhin Qualität, Engagement und einfach noch ein bisschen Zeit.

Liebe Lou, vielen Dank für dieses tolle Interview!

Lou in Aktion
Die Kommentare sind geschloßen.